Unsere Hortfolioarbeit
Das Portfolio in Kinderhand
1. Ziel und Bedeutung der Portfolioarbeit
Das Portfolio dient der individuellen Dokumentation des Hortalltags eines jeden Kindes. Es soll die Zeit im Hort begleiten und sichtbar machen, was das Kind erlebt, interessiert, gestaltet und gelernt hat.
Ziel der Portfolioarbeit ist es, dass jedes Kind am Ende seiner Grundschulzeit ein persönliches Erinnerungsstück besitzt. In diesem sollen unter anderem Lern- und Entwicklungsfortschritte, besondere Erlebnisse, Interessen, Hobbys, Stärken, Freundschaften und persönliche Erfahrungen aus der Hortzeit wiederzufinden sein.
Dabei geht es nicht darum, eine möglichst vollständige oder einheitliche Dokumentation zu erstellen. Vielmehr soll das Portfolio die Individualität jedes Kindes widerspiegeln und einen persönlichen Rückblick auf die eigene Hortzeit ermöglichen.
Sofern das Kind damit einverstanden ist, kann das Portfolio zudem als Grundlage oder Gesprächsanlass für Entwicklungsgespräche mit den Eltern genutzt werden. Die Entscheidung darüber, welche Inhalte gezeigt oder besprochen werden, liegt dabei grundsätzlich beim Kind.
2. Das Portfolio gehört dem Kind
Das Portfolio ist persönlicher Besitz des Kindes. Es entscheidet selbst darüber, was, wie viel und in welcher Form in die eigene Portfoliomappe aufgenommen wird.
Die Kinder können selbst entscheiden, welche Erlebnisse, Bilder, Fotos, Geschichten, Interviews, Bastelarbeiten, Gedanken oder andere Inhalte für sie persönlich bedeutsam sind. Ebenso liegt es in ihrer Hand, wie sie ihr Portfolio gestalten und strukturieren.
Die pädagogischen Fachkräfte verstehen sich hierbei als Begleiterinnen und Begleiter. Sie unterstützen die Kinder bei der Umsetzung ihrer Ideen, stellen Materialien zur Verfügung, geben bei Bedarf Hilfestellung und schaffen entsprechende Rahmenbedingungen. Die Gestaltung und Pflege des Portfolios bleibt jedoch in erster Linie Aufgabe und Entscheidung des Kindes.
Dadurch soll die Portfolioarbeit insbesondere die Selbstständigkeit, Selbstbestimmung, Kreativität und Reflexionsfähigkeit der Kinder stärken.
3. Die wöchentliche Portfoliozeit
Um den Kindern regelmäßig Zeit und Raum für die Portfolioarbeit zu geben, wird ein festes Portfolioangebot eingerichtet.
Die Durchführung wird von Woche zu Woche von einer anderen pädagogischen Fachkraft übernommen.
Während dieser Zeit haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Portfolios selbstständig zu bearbeiten und weiterzuführen. Dabei können beispielsweise:
- Fotos ausgewählt und eingeklebt,
- gemalte Bilder oder Bastelarbeiten aufgenommen,
- Geschichten und Erlebnisse aufgeschrieben,
- Interviews geführt und dokumentiert,
- besondere Ereignisse festgehalten,
- persönliche Gedanken und Ideen gesammelt oder
- andere für das Kind bedeutsame Inhalte gestaltet werden.
Die Portfoliozeit ist als offenes und freiwilliges Angebot gedacht. Die Kinder entscheiden selbst, ob und woran sie in dieser Zeit arbeiten möchten.
4. Gestaltung und Auswahl der Portfoliomappe
Die Portfoliomappen werden durch den Hort zur Verfügung gestellt. Hierfür können unterschiedliche Aufbewahrungsmöglichkeiten, beispielsweise Ordner, Schnellhefter oder Aktendullis, angeboten werden. Die Kinder können aus den vorhandenen Möglichkeiten die für sie passende Variante auswählen.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine eigene Mappe von zu Hause mitzubringen, wenn ein Kind sein Portfolio lieber in einer persönlichen oder selbst ausgewählten Mappe gestalten möchte.
Auch bei der Gestaltung der Mappe sollen die persönlichen Vorstellungen und Vorlieben des Kindes berücksichtigt werden. Das Portfolio muss daher weder einheitlich aussehen noch einem vorgegebenen Aufbau folgen.
5. Aufbewahrung und Datenschutz
Für die sichere und geschützte Aufbewahrung der Portfolios werden im Portfolioraum, dem Spielezimmer, die vorhandenen Ranzenfächer installiert. Diese können mit einem Schloss verschlossen werden.
Die geschützte Aufbewahrung soll sicherstellen, dass die persönlichen Unterlagen und Inhalte der Kinder nicht frei zugänglich sind. Damit wird zugleich dem besonderen persönlichen Charakter der Portfolios sowie den Anforderungen an den Datenschutz Rechnung getragen.
6. Selbstbestimmung und Privatsphäre
Da das Portfolio dem jeweiligen Kind gehört, entscheidet das Kind selbst, wer Einblick in die eigene Mappe erhalten darf.
Die Kinder dürfen ihre Portfolios anderen Kindern, pädagogischen Fachkräften oder ihren Eltern zeigen, wenn sie dies möchten. Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Der Wunsch des Kindes, bestimmte Inhalte für sich zu behalten, wird respektiert.
Insbesondere bei persönlichen Gedanken, Erlebnissen oder anderen privaten Inhalten ist auf einen wertschätzenden und sensiblen Umgang zu achten.
7. Umgang mit Fotos
Für die Verwendung von Fotos im Portfolio ist die vorliegende Fotoerlaubnis der Eltern maßgeblich. Diese gibt Auskunft darüber, ob Fotos des jeweiligen Kindes angefertigt und im Rahmen der Portfolioarbeit in dessen Mappe aufgenommen werden dürfen.
Die geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben sowie die individuellen Wünsche der Sorgeberechtigten und des Kindes werden dabei selbstverständlich berücksichtigt.
8. Umgang mit vollen Portfoliomappen
Da die Portfolios im Laufe der Hortzeit stetig wachsen können, kann es vorkommen, dass eine Mappe irgendwann vollständig gefüllt ist.
Sollte dies der Fall sein, kann die pädagogische Fachkraft das Kind darauf aufmerksam machen und gemeinsam mit ihm überlegen, wie weiter verfahren werden soll. Die gefüllte Mappe kann beispielsweise mit nach Hause genommen und dort geleert bzw. sicher aufbewahrt werden.
Alternativ kann das Kind eine neue Mappe mitbringen oder eine neue, vom Hort bereitgestellte Mappe erhalten. Dabei soll der persönliche Charakter des Portfolios erhalten bleiben und das Kind weiterhin selbst entscheiden, welche Inhalte es aufbewahren und in seine neue Mappe übernehmen möchte.
9. Pädagogischer Grundgedanke
Die Portfolioarbeit im Hort soll vor allem einen Raum schaffen, in dem Kinder ihre eigene Entwicklung und ihre Erlebnisse sichtbar machen können. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die Vollständigkeit oder die Bewertung der gesammelten Inhalte, sondern die Perspektive des Kindes auf seine eigene Hortzeit.
Das Portfolio begleitet das Kind über mehrere Jahre und kann am Ende der Grundschulzeit zu einem persönlichen Erinnerungsstück werden, das die individuelle Entwicklung, Interessen, Fähigkeiten, Beziehungen und besonderen Momente der Hortzeit widerspiegelt.
Die pädagogischen Fachkräfte schaffen hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen und begleiten die Kinder unterstützend, ohne ihnen die Gestaltung oder Verantwortung für ihr Portfolio abzunehmen. Auf diese Weise wird die Portfolioarbeit zu einem selbstbestimmten Prozess, in dem jedes Kind seine Hortzeit auf seine eigene Weise dokumentieren und festhalten kann.
